Mittwoch, 16. April 2014

Anleitung: Fake-Binding mit Schöne Ecken-Garantie

Ein traditionelles Binding eines Quilts macht zwar viel her, aber leider auch viel Arbeit. Will man es richtig ordentlich haben kommt man kaum drum herum es (zumindest auf der Rückseite) mit der Hand anzunähen. Bei dem großen Quilt, in den wir schon unzählige Arbeitsstunden und noch viel mehr Herzblut gesteckt haben, machen wir es trotzdem gerne. Aber bei kleinen Quiltprojekten wie Tischdeckchen oder Mug Rugs mögen wir es uns dann vielleicht doch gerne etwas einfacher machen, aber schludrig soll es natürlich auch nicht aussehen.
In diesem Fall bietet es sich an, den Stoff für die Rückseite des Quilts einfach etwas größer zuzuschneiden, nach vorne umzuschlagen und so ein Fake-Binding zu kreieren. Dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten und Anleitungen, die bei mir jedoch hauptsächlich ein Ergebnis hatten: hässliche, unsaubere Ecken.
Ich habe also rumprobiert und die für mich perfekte Methode aus unterschiedlichen Tutorials zusammengebastelt und mag sie gerne mit euch teilen.

Ich nähe hier einen Mug Rug mit euch, ihr könnt so aber auch jeden anderen Quilt fertig stellen.
Alle Bilder lassen sich per Klick vergrößern, dann sind auch Details gut zu erkennen.
Wie ihr seht arbeite ich mit dem Rollschneider, wer keinen hat, kann natürlich auch die Schere nehmen.

Wir brauchen:
ein Bügeleisen
Stecknadeln
eine Schere
einen Rollschneider
ein Lineal
eine Schneidematte
und natürlich unser fertiges Patchworktop
und den Stoff für die Rückseite, rundherum einige Zentimeter größer als das Top


Zuerst wird das Top mit mittig auf die linke Seite des Rückseitenstoffes gelegt. Ich habe hier das Top direkt auf dem Futter gepatcht, wer einzelne Teile hat, legt natürlich zuerst das Vlies und dann das Top auf.


Wer quilten möchte, tut das jetzt :)

Nun schneiden wir den Rückseitenstoff rundherum auf 2cm Überstand ab. Wer gerne ein breiteres Binding haben mag, lässt einfach mehr Stoff stehen. Faustregel: Überstand des Stoffes = gewünschte Breite des Bindings x 2. Unser Binding hier wird also 1cm breit.









Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die einzelnen Lagen mit Stecknadeln fixieren (wer gequiltet hat, braucht das natürlich nicht).














Jetzt klappen wir an einer der langen Seiten den überstehenden Stoff einmal in der Hälfte um, sodass die Schnittkante des Stoffes an der Schnittkante des Tops liegt.
Einmal drüberbügeln.







Jetzt wird die gebügelte Kante auf das Top umgeschlagen und mit Stecknadeln fixiert.

Wir pinnen erstmal nur die linke Hälfte fest, die andere brauchen wir später nochmal.









An der Ecke wird nun der Stoff um 45° gefaltet. Achtet unbedingt darauf, nicht bis ganz an das Top zu falten. Lasst 1-2 mm Platz.

Auch hier einmal drüber bügeln.













Jetzt klappen wir auch an dieser Seite den Rückseitenstoff einmal auf die Hälfte, bügeln drüber,....










....klappen ihn wieder um und stecken ihn fest.




So fahren wir an den nächsten beiden Ecken fort, bis wir an die vierte und letzte Ecke gelangen.









Hier klappen wir jetzt die erste gebügelte Kante wieder auf (deshalb haben wir eben nicht alles festgesteckt) und können nun auch die vierte Ecke genauso wie die drei anderen umfalten, bügeln und feststecken.


Wenn euer Quilt jetzt ähnlich krumpelig und wellig aussieht wie meiner, habt keine Sorge. Das liegt an den Stecknadeln.




Jetzt nähen wir einmal knapp an des Kante des Bindings entlang. Achtet darauf, dass ihr die Ecken mit erwischt.


Und zieht natürlich die Stecknadeln aus dem Stoff, kurz bevor ihr drüber näht ;)









Et voilà, fertig ist das Fake-Binding mit perfekt ausgeformten Ecken!

Von vorne:

Und von der Rückseite:




Jetzt nur noch den Mug Rug auf den Tisch legen, einen Kaffee kochen und freuen!
In der Zeit, die ihr im Gegensatz zum richtigen Binding gespart habt, könnt ihr direkt noch einen Mug Rug nähen :)

Kommentare:

Alexia hat gesagt…

Danke für das tolle Tutorial. Das sieht wirklich gar nicht schwierig aus und man spart sich das Rumhantieren mit Schrägband =)

Noctua hat gesagt…

Danke für das tolle Tutorial! Ich muss ja gestehen: Ich würde es dann trotzdem von Hand festnähen: Seit ich damit einmal angefangen habe, mag ich keine sichtbaren Nähte mehr an Schrägband und Konsorten. ;)

Abgesehen davon: Ich liebe dieses Zebra! :D

ette hat gesagt…

Danke für das Tutorial. Ich mach das immer so, auch bei meinen grösseren Quilts. Nicht aus Faulheit, ich find es einfach schöner als so ein schmales Schrägband, wobei ich diesen umgeschlagenen Rand wirklich breit mache, so dass er eher wie ein umlaufender Randstreifen als wie Binding aussieht, dann auch mit wirklich genähten Briefecken. Schön zu sehen, dass es auch ohne das Abnähen der Ecken so gut klapt, das merke ich mir! Lg ette